Die Geschichte der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft beginnt  bereits weit vor dem Jahr 1708, auf das heute ihre Gründung zurückgeführt wird. Schon vorher entwickelte sich das Bruderschaftswesen und auch die Heimat Korschenbroich. Es liegt in der Natur der Sache, dass es aus heutiger Sicht nicht mehr möglich ist, eine lückenlose Rekonstruktion aller damit verbundenen geschichtlichen Ereignisse darzustellen. Je weiter die Geschehnisse zurückliege, desto dürftiger sind die schriftlichen Aufzeichnungen. Vieles kann daher lediglich anhand einiger Anhaltspunkte und aufgrund von Überlieferungen oder Vermutungen dargestellt werden. Eine wesentliche Quelle über die heimatliche Geschichte und das Bruderschaftswesen in Korschenbroich ist das im Jahre 1939 erschienene Buch „Die reichsunmittelbare Herrschaft Millendonk“ von Dr. Jakob Bremer, welches auch bei der Zusammenstellung der nachfogenden Geschichte der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft sehr hilfreich war.

306 – Die heilige Katharina erleidet Überlieferungen nach ihr Martyrium.

800 – Kaiserkrönung Karls des Großen durch Papst Leo III. in Rom.

1099 – Kreuzritterheere erobern Jerusalem

Situm Crismeke!

„Situm Crismeke!“ Mit diesen Worten beginnt die Geschichte unserer Heimat. Erzbischof Friedrich I. von Cöln bekundet 1127, dass eine Friedeswind und ihr Sohn dem Kunbiertstift sowohl ein Gut zu Bornheim nebst einem Hause zu Köln als auch ein Gut in „Crismeke“ geschenkt haben. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung Korschenbroichs. Weitere Urkunden um 1237 erwähnen einen Ritter von „Kirsmic“ sowie den Ort „Kirsmich“.

1152 – Friedrich I. (Barbarossa genannt) wird zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt.

1266 – Erste urkundliche Erwähnung des Kraushofs, heutige Bolten-Brauerei.

1266 – Erste urkundliche Erwähnung des Kraushofs, heutige Bolten-Brauerei.

Die Brauer in der Herrschaft Millendonk stehen schon früh in hohem Ansehen. Bereits 1266 wird ein Gerard, Sohn Friedrichs des Brauers, als Inhaber des Kraushofs genannt. Diese frühe Braustätte besteht noch heute als Bolten-Brauerei in Neersbroich und ist damit die älteste Altbierbrauerei der Welt.

Um 1400 – Gründung zahlreicher Bruderschaften im Rheinland.

Um 1400 werden im Rheinland zahlreiche Bruderschaften gegründet. Sinn dieser Schützenbruderschaften ist es, den Wirren der Zeit nicht schutzlos gegenüber zu stehen. Die Schützen übernehmen im Krieg die Verteidigung der Landwehren, im Friden  Wach-, Polizei- und Krankendienste. Sie fördern die Geselligkeit in ihren Ortschaften und bekennen und verteidigen ihren Glauben gegen alle Angriffe. Von Anfang an entwickeln sie sich zu kirchlichen Bruderschaften. Erste Bruderschaften gründeten sich bereits im 13. Jahrhundert. Auch in Korschenbroich?

1475 – Schützen in Millendonk verteidigen ihre Heimat gegen die Burgunder.

Erste Anhaltspunkte tauchen im 15. Jahrhundert auf. Karl der Kühne von Burgund belagert während des Neusser Krieges vom 29. Juli 1474 bis zum 5. Juni 1475 die Stadt Neuss, die sich heldenhaft verteidigt. Die Söldner Karls des Kühnen brandschatzen in der weiteren Umgebung, unter anderem in Korschenbroich und Liedberg. Der Hinweis, dass Schützen Millendonk verteidigten, kann als erster Beleg für die Existenz der St. Sebastianus Bruderschaft gewertet werden. Ihre Gründung führt sie jedoch auf ein anderes Ereignis zurück, das Datum des Kirchtumsbaus. Der heute noch erhaltene Turm der St. Andreas Kirche wird  1504 vollendet.

1492 – Christoph Kolumbus entdeckt Amerika.

1504 – Turm der St. Andreas Kirche wird vollendet. Gründung der St. Sebastianus Bruderschaft.

1517 – Beginn der Reformation

1618 – Beginn der Dreißigjährigen Krieges

Prager Fenstersturz

1633 – Die Region Millendonk wird Opfer durchziehender und plündernder Armeen

Viele Jahre später, während der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges, also um 1642, wird die Region Millendonk immer wieder Opfer durchziehender und sich einquartierender Armeen. Neben den Plünderungen und Misshandlungen leidet die Bevölkerung unter Hunger und Seuchen.

1644 – Graf Philipp von Croy richtet die Bruderschaft wieder auf.

Graf Phillip von Croy, Herr auf Schloß Millendonk, gibt der St. Sebastianus Bruderschaft am 8. Mai 1644 eine neue Bruderschafts-Ordnung, um dem durch die Beutelungen und Wirren des Dreißigjährigen Krieges erlittenen Verfall entgegenzuwirken. Er wird ihr König und stiftet den heute noch am Königssilber der Sebastianer vorhandenen Vogel.

1648 – Ende des Dreißigjährigen Krieges.

Westfälischer Frieden

1700 – Beginn der reichsunmittelbaren Herrschaft Millendonk.

1708 – Gründung der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft.

Um 1700 schließlich ist die Zahl der Brüder so sehr gestiegen, dass sich die Junggesellen von der St. Sebastianus Bruderschaft trennen und sich als St. Katharina Junggesellen Bruderschaft unter das Patronat der zweiten Pfarrpatronin, der heiligen Katharina von Alexandria stellen. Es ist auch möglich, dass die Gründung darauf zurückzuführen ist, dass die Junggesellen zum Wachtdienst auf Schloss Millendonk verpflichtet waren und daher ein Zusammenschluss zweckmäßig erschien. Die Gründung soll ein Ausgabeverzeichnis bereits für das Jahr 1708 belegen.   Auf Anregung des Pfarrers Adam Craus besetzen die Schützenbrüder der St. Sebastianus Bruderschaft am Sebastianustag, den 20. Januar 1717, ihre Ämter erstmals selbst durch demokratische Wahl. Die Landesherrin Gräfin Maria Gertrud von Berlepsch sieht sich hierdurch jedoch in ihren herrschaftlichen Rechten beschnitten, kassiert am 23. Januar die Wahl und besetzt die Vorstandsämter nach ihrem Willen. Die Junggesellen unterliegen zu dieser Zeit den gleichen Regeln.

1725 – Landesherr von Beeck gibt der Bruderschaft ihre erste eigene Verordnung.

Im Auftrag des Kaiserlichen Hofrats Freiherr von Beeck bestätigt Amtmann Josef Schells am 23. Mai 1725 die Gewohnheiten der Junggesellen. Damit erkennt der Landesherr die Bruderschaft an und sichert den St. Katharina Junggesellen und deren König die gleichen Rechte zu wie der St. Sebastianus Bruderschaft mit ihrer Majestät. Freiherr von Beeck wurde 1723 von Kaiser Karl V. als Vormund der unmündigen Kinder des Peter Phillipp von Berlepsch zum Regenten von Millendonk eingesetzt. Johann Friedrich Karl von Ostein, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, gibt der Sebastianus-Bruderschaft am 20. Januar 1743 eine neue Bruderschafts-Ordnung. Der Erzbischof ist Vormund des einjährigen Johann Maximilian Graf von Ostein, Landesherr auf Schloss Millendonk. Dem Regenten geht es darum, die Freiheiten der Bruderschaften einzuschränken und Kontrollmöglichkeiten zu schaffen. Als Reaktion sind zahlreiche Austritte aus der Sebastianus Bruderschaft belegt. Bei den Junggesellen, für die diese Ordnung auch gilt, wird wahrscheinlich ähnliches geschehen sein.

1740 – Friedrich II. (der Große) wird König von Preußen.

1744 – Landesherr von Ostein stiftet der Bruderschaft eine neue Fahne.

1744 stiftet Johann Friedrich Karl von Ostein den Junggesellen eine neue Fahne. Dies ist die älteste durch Quellen belegte Fahnenschenkung. Die Fahne ist mit dem Wappen der Familie von Ostein geschmückt.

1751 – 1753 – Christian Horten schießt dreimal hintereinander den Vogel ab.

1751 – 1753 – Christian Horten schießt dreimal hintereinander den Vogel ab.

Ein bemerkenswertes Ereignis geschieht in den Jahren 1751, 1752 und 1753. Christian Horten schießt dreimal hintereinander den Vogel ab und erhält dafür lebenslange Wacht- und Dienstfreiheit. Dies ist auf einem prächtigen Silberschild in Wappenform von 1754, dem sogenannten Dreikönigssilber verewigt. Es zeigt auf der Vorderseite die heiligen drei Könige sowie die Namen des Königs, des Landesherrn, des Erzbischofs von Mainz, des Amtmanns von Märcken und der Schöffen. Die Rückseite trägt die Namen der Könige bis 1777.   Der Landesherr Graf von Ostein ordnet 1770 an, dass die Schützenbrüder in der Prozession nicht mehr mit Gewehren, Fahnen und Trommeln auftreten dürfen und das Allerheiligste in angemessenem Abstand begleiten.

1756 – 1763 – Siebenjähriger Krieg zwischen Preußen und Österreich

1780 – Landesherr Graf von Ostein stiftet eine neue Fahne.

1780 stiftet Landesherr Graf von Ostein den Junggesellen finanzielle Mittel für eine neue Fahne, weil die alte Fahne von 1744 zu sehr verschlissen ist.

1789 – Französische Revolution

Nachdem im Zuge der französischen Revolution im Jahre 1789 Konflikte mit den Nachbarstaaten zum Krieg führen, nehmen französische Truppen im Zuge der Besetzung des gesamten Rheinlandes am 3. Oktober 1794 Millendonk ein. Vielerorts wird den Schützenbruderschaften nun ihre Betätigung verboten. Für Korschenbroich ist dies nicht bestätigt, da um die Jahrhundertwende Könige nachgewiesen werden können. Für die Jahre 1795 bis 1800 sind jedoch keine Könige überliefert, was darauf hindeutet, dass während der französischen Besatzungszeit die wirtschaftliche und militärische Lage die Abhaltung von Feierlichkeiten zu Pfingsten nicht möglich macht.

1794 – Französische Truppen nehmen am 3. Oktober Millendonk ein.

1798 – Das Rheinland wird von Frankreich annektiert.

1800 – Die reichsunmittelbare Herrschaft Millendonk wird aufgehoben.

Die reichsunmittelbare Herrschaft Millendonk wird 1800 aufgehoben und geht im Departement Roer auf.  

1806 – Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

1813/1814 – Deutsche Befreiungskriege

1814/1815 – Wiener Kongress – Das Rheinland wird Preußen zugeteilt.

1816 – Korschenbroich wird dem Landkreis Gladbach zugeordnet.

Korschenbroich wird 1816 dem neu gebildeten Landkreis Gladbach im Regierungsbezirk Düsseldorf zugeordnet.

1848 – Zusammentritt des ersten deutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche.

1861 – Die Bruderschaft gibt sich ihre erste eigene Satzung.

Die Junggesellen Bruderschaft erlebt 1861 eine Erneuerung. Sie gibt sich ihre erste von den Sebastianern abweichende, eigene Satzung. Diese wurde von den Vertrauensmännern der einzelnen Honschaften erarbeitet. Leider ist sie heute nicht mehr erhalten.

1871 – Proklamation des deutschen Reiches in Versailles.

1880 – Eine neue Fahne wird geweiht.

Eine neue Fahne, deren Spitze und Holzschaft noch erhalten sind, wird 1880 geweiht.

1888 – Dreikaiserjahr – Das heutige Brustsilber des Königs wird angefertigt.

1888 – Dreikaiserjahr – Das heutige Brustsilber des Königs wird angefertigt.

Das heutige Brustsilber des Königs wird 1888 angefertigt. Das Königssilber trägt das Wappen von Papst Leo XIII., der 1888 sein 50-jähriges Priesterjubiläum feiert.

1898 – Die Junggesellen geben sich erstmals eine eigenständige Satzung

Die St. Katharina Junggesellen geben sich 1898 eine erneuerte Satzung. Am 23. März genehmigt der Bürgermeister Freiherr von Wüllenweber diese Satzung, die unter anderem zur „Pflege des christkatholischen Geistes“ und zur Teilnahme an der Pfingst- und der Fronleichnamsprozession verpflichtet.

1913 – Die Bruderschaft feiert ihr 200-jähriges Bestehen.

1913 feiert die Bruderschaft ihr 200-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass wird auch eine neue Fahne geweiht. Diese ist die älteste heute noch erhaltene Fahne. Nach neueren Erkenntnissen und Rückführung der Gründung auf das Jahr 1708 hätte das Jubiläum bereits 1908 gefeiert werden können.

1914 – 1918 – I. Weltkrieg – es findet kein Schützenfest statt.

In den Jahren 1914 – 1919, also während und kurz nach dem I. Weltkrieg, findet kein Schützenfest statt und folglich hat die Bruderschaft auch keinen König.

1919 – Friedensvertrag von Versailles. Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung.

1921 – Gründung der St. Donatus-Bruderschaft Pesch.

Aus den Korschenbroicher Bruderschaften heraus gründen die Schützenbrüder aus Pesch 1921 ihre eigene Bruderschaft, die St. Donatus Bruderschaft Pesch.

1923 – Besetzung des Ruhrgebiets / Beginn des Ruhrkampfes.

1926 – Gründung der St. Hubertus Bruderschaft Herrenshoff.

1926 entscheiden sich auch die Schützenbrüder aus Herrenshoff eine eigene Bruderschaft, die St. Hubertus Schützenbruderschaft Korschenbroich-Herrenshoff zu gründen. Im gleichen Jahr endet auch die belgische Besatzung. Erstmals kann wieder ein normales und uneingeschränktes Schützenfestgefeiert werden.

1928 – Erstmals Festzelt zu „Unges Pengste“.

Wohl überwiegend aus Kostengründen schließen sich 1928 die beiden Korschenbroicher Bruderschaften St. Katharina und St. Sebastianus zusammen und feiern, statt getrennt in kleinen Sälen, „Unges Pengste“ erstmals gemeinsam in einem Festzelt. Der Erfolg ist so groß, dass daraus eine bis heute andauernde Tradition wird.

1928 – Gründung der Erzbruderschaft vom Hl. Sebastianus.

Am 1. Juli 1928 nimmt eine Abordnung der Bruderschaft in Köln an der Gründung der Erzbruderschaft vom Hl. Sebastianus teil, dem heutigen Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

1929 – Beginn der Weltwirtschaftskriese.

1930 – König und Minister tragen erstmals den blauen Waffenrock.

König und Minister der Junggesellen tragen 1930 erstmals den preußischen blauen Waffenrock. Zuvor trugen sie einen schwarzen Gehrock und dazu einen Zylinder.

1933 – Papst Pius XI. stiftet das erste Anno Santo Kreuz.

Papst Pius XI. stiftet 1933 das erste Anno Santo Kreuz für die Bruderschaften der Erzbruderschaft vom Hl. Sebastianus. Oberst Friedrich Kreutzer holt zwei Kreuze für die beiden Korschenbroicher Bruderschaften in Rom ab. Sie sind bis heute das Ehrenzeichen des jeweiligen Präsidenten.

1933 – Machtergreifung durch Adolf Hitler und Beginn der nationalsozialistischen Diktatur.

Im gleichen Jahr erfolgt mit der Machtergreifung durch Adolf Hitler und dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur ein gravierender Einschnitt auch in der Geschichte der Bruderschaften.

1937 – Gründung des Bürgerschützenvereins.

Auf Druck der Nationalsozialisten darf die Pfarrgeistlichkeit ab 1936 nicht mehr an der Parade zu „Unges Pengste“ teilnehmen. 1937 wird auf obrigkeitliche Weisung der nationalsozialistischen Diktatur der Bürgerschützenverein gegründet, der die Ausrichtung des Volks- und Heimatfestes übernehmen soll. Die Junggesellen ziehen zwar 1937 noch mit Fahne und Vorstand zu „Unges Pengste“ mit, der König wird jedoch durch den Bürgerschützenverein gestellt. Die schleichende Umwandlung und Zersetzung der Junggesellen ist beinahe vollendet, während sich die St. Sebastianus Bruderschaft als nur noch kirchliche Bruderschaft in den durch das Konkordat zwischen Papst und Deutschem Reich geschützten Raum der katholischen Kirche zurückzieht. Sie besteht so bis nach dem Kriege weiter.

19.04.1938 – Auflösung der Bruderschaft

Am 19. April 1938 übergibt Rendant Gustav Eiken die Sparbücher der Bruderschaft dem letzten Präsidenten Heinrich Breuer, womit die Auflösung vollends besiegelt wird.

1939 – Beginn des II. Weltkriegs – Letztes Schützenfest für 10 Jahre.

1939 verbieten die Nationalsozialisten die Pfingstprozession. Sie findet deshalb nur auf dem Kirchengelände rund um St. Andreas statt. Viele Korschenbroicher Schützen nehmen an der Pfingstparade 1939 nicht mehr teil. Viele junge Männer entziehen sich durch Wanderfahrten mit dem Rad. Es wird das letzte Schützenfest für die kommenden 10 Jahre sein. Wenige Monate später beginnt der II. Weltkrieg.

22./23.8.1943 – Bombenangriff auf Korschenbroich

Auch Korschenbroich bleibt von den schrecklichen Geschehnissen dieses Krieges nicht verschont. In der Nacht vom 22. auf den 23. August 1943 wird der Ort Opfer eines Luftangriffs, bei dem die St. Andreas Kirche stark beschädigt wird.

01.03.1945 – US-Truppen nehmen Korschenbroich ein.

Am 1. März 1945 schließlich nehmen US-amerikanische Soldaten Korschenbroich ein.

1945 – Kapitulation der Wehrmacht. Ende der NS-Diktatur.

Am 7. Mai 1945 endet der II. Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Die Bilanz des Krieges mit Millionen Toten, schrecklichen Verbrechen und weitreichenden Zerstörungen ist verheerend.

1946 – Errichtung des Landes NRW durch die britische Militärregierung.

1949 – Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

1949 – Die Bruderschaft formiert sich neu – Erstes Schützenfest nach II. Weltkrieg.

Auch viele Korschenbroicher haben ihr Leben in diesem sinnlosen Krieg verloren. Das Bruderschaftsleben ist im Zuge dessen fast zum Erliegen gekommen. Erst 1949 formieren sich die anwesenden Junggesellen auf der Pfingstversammlung der St. Sebastianus Bruderschaft am 1. Fastensonntag neu, nachdem die Sebastianer beschlossen hatten „Unges Pengste“ wieder in althergebrachter Weise zu feiern. So findet im gleichen Jahr schließlich das erste Schützenfest nach dem II. Weltkrieg statt. Wie im gesamten Land geht es auch mit den Bruderschaften fortan deutlich aufwärts und das Bruderschaftsleben verankert sich wieder fest im Korschenbroicher Leben.

1950 – Die Bruderschaft erhält ihr zweites Anno-Santo-Kreuz.

Im heiligen Jahr 1950 nimmt der Präsident Willi Wirtz in Rom ein weiteres Anno-Santo-Kreuz entgegen

1953 – Eine neue Bruderschaftsfahne wird geweiht.

17.06.1953 – Aufstand in der DDR am 17. Juni.

1957 – Gründung der Europäischen Gemeinschaft.

1958 – 250-jähriges Bestehen der Bruderschaft.

1961 – Bau der Berliner Mauer.

1963 – Die heutige „zweite“ Fahne wird geweiht.

Auch im Jahr 1963 wird eine neue Fahne angeschafft, da die bereits erwähnte Fahne von 1913 stark verschlissen ist.

1966 – Satzungsänderung: Verheiratete dürfen in der Bruderschaft verbleiben.

Einen Einschnitt bringt die Satzungsänderung im Jahr 1966, nach der verheiratete Mitglieder nun in der Bruderschaft verbleiben dürfen und diese nicht mehr mit dem Tag der Hochzeit verlassen müssen. Das Alter der Vorstandsmitglieder und des Königs bei Wahl beziehungsweise Vogelschuss wird jedoch auf 30 Jahre beschränkt. Unverheiratete sind von dieser Altersbegrenzung ausgenommen. Grund der Satzungsänderung ist, dass sich nach dem II. Weltkrieg statt der üblichen Züge aus den Honschaften nun Schützenzüge aus Schulfreunden oder Sportkameraden bilden, die bis zu diesem Zeitpunkt durch Heirat auseinander gerissen wurden.

1969 – Neil Amstrong betritt als erster Mensch den Mond.

1970 – Umbenennung in St. Katharina Jungschützen Bruderschaft.

Die Bruderschaft nennt sich 1970 in St. Katharina Jungschützen Bruderschaft um, womit gezeigt werden soll, dass nicht mehr nur echte Junggesellen Mitglied sein dürfen.

1989 – Fall der Berliner Mauer

1990 – Glockenweihe

1990 – Deutsche Wiedervereinigung am 3. Oktober.

1992 – Gründung der Europäischen Union (EU).

1993 – Die „blaue“ Fahne wird geweiht.

1993 wird die „blaue“ Fahne geweiht, die seitdem an der Spitze des Regiments marschiert.

1998 – Der Kirmesplatz wird „Matthias-Hoeren-Platz“.

Der bis dahin namenlose Kirmesplatz an der Sandkuhle wird 1998 in Matthias-Hoeren-Platz benannt.

2000 – Die Bruderschaft erhält ihr drittes Anno-Santo-Kreuz.

Anlässlich des heiligen Jahrs 2000 wird ein neues Anno-Santo-Kreuz für die Bruderschaften herausgegeben, welches für die St. Katharina Junggesellen Bruderschaft von den Schützenbrüdern Ralf Heinrichs und Sebastian Thoren entgegen genommen wird.

2001 – Anschläge vom 11. September erschüttern die Welt.

2002 – Die Bruderschaft führt eine dritte Abteilung ein.

Aufgrund des starken Zulaufs neuer Schützenbrüder und Schützenzüge, die Junggesellen haben inzwischen regelmäßig mehr als 300 aktive Mitglieder, richtet die Bruderschaft „Unges Pengste“ 2002 erstmals eine dritte Abteilung ein.

2004 – 500-jähriges Jubiläum der St. Sebastianus Bruderschaft. Bundesschützenfest in Korschenbroich

Große Feierlichkeiten und Ereignisse bringt das Jahr 2004 mit sich. Die St. Sebastianus Bruderschaft feiert im Rahmen von „Unges Pengste“ ihr 500-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass schafft sie ein neues Rückensilber für den König an, zu dem die St. Katharina Junggesellen Bruderschaft eine Silberplatte mit der heiligen Katharina als Jubiläumsgeschenk beiträgt. Vom 17. bis zum 19. September 2004 findet das Bundesschützenfest des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit 30.000 Schützen in Korschenbroich statt. Im gleichen Jahr wird auf dem Matthias-Hoeren-Platz ein vom Landrat Dieter Patt geschaffenes Denkmal des Namensgebers eingeweiht. Mit dem Buch „Vom hohen Turm es beiert…“ erscheint die erste, von den beiden Bruderschaften in Gemeinschaftsarbeit erstellte Chronik über das Schützenwesen und die Geschichte der Bruderschaften in Korschenbroich.  

2005 – Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger wird als Benedikt XVI. zum Papst gewählt.

2005 – 2008 – Doppelkönigsjahre

Mehr als 250 Jahre nachdem Christian Horten als bislang einziger überlieferter Schützenbruder dreimal hintereinander die Königswürde errang, werden die Jahre 2005 bis 2008 zu „Doppelkönigsjahren“, in denen es den Schützenbrüdern Philipp Nemitz und Andreas Albani gelingt, jeweils zweimal hintereinander die Königswürde der Bruderschaft zu erringen.

2007 – Teilnahme an der 50. Steuben-Parade in New York

Zum Auftakt ihres Jubiläums nimmt eine Abordnung der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft am 15. September 2007 an der 50. Steuben-Parade in New York teil.

2008 – 300-jähriges Jubiläum der Bruderschaft.

Neben dem großen Höhepunkt „Unges Pengste“ mit Festbankett und einem Ehrengeleit aller noch lebenden ehemaligen Könige der Bruderschaft, ist das Jahr 2008 geprägt von einer Reihe weiterer Jubiläumsaktivitäten. Die Produktion einer CD mit den bekanntesten Melodien von „Unges Pengste“, eine große Ausstellung in den Räumlichkeiten der Sparkasse und eine Wallfahrt nach Kevelaer, gehören hierbei zu den markantesten Ereignissen im Jubiläumsjahr. Als krönender Abschluss ist die Einbringung einer aus Bronze gegossenen Bodenplatte der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft in den Mittelgang der St. Andreas Kirche vorgesehen.

1920 – Erstes Schützenfest nach dem I. Weltkrieg.

1920 wird das erste Schützenfest nach dem Krieg gefeiert. Da die belgische Besatzung in den Bruderschaftsaufzügen eine militärische Bedrohung sieht, gestattet sie diese nur unter hohen Auflagen und verbietet unter anderem das Tragen von Degen und Holzgewehren. Der Vogelschuss wird in diesem Jahr ganz verboten. Die Königswürde wird versteigert.

Die Geschichte der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft Korschenbroich wird weitergehen und unter den Idealen „Für Glaube, Sitte und Heimat“ wird sich die Bruderschaft auch in Zukunft bemühen, Geschichten zu erleben und Geschichte zu schreiben.

So, wie es bereits im Jahre 1956 der damalige Schriftführer und spätere Präsident Paul Huppertz im Protokollbuch vermerkt hat: „Die Bruderschaft selbst aber möge, eingedenkt Ihrer über zweihundert Jahre alten Tradition, weiterhin ein fester und angesehener Bestandteil des religiösen und weltlichen Lebens in Korschenbroich sein.“